Auch wer mitten auf dem Kontinent sein Leben verbringt und vielleicht noch nie am Meer war, kann sich einen Teil maritimen Lebens zum ständigen Begleiter machen: eine Segeltuchtasche. Genäht aus echtem Segeltuch eines echten Segelschiffes, transportiert ein solches Utensil die ganze Palette von Assoziationen, die mit der Seefahrt verbunden sind.
Da Original-Segeltücher zu den beliebten Taschen verarbeitet werden, fällt jede Tasche anders aus. Mal ist sie mit einem Aufdruck versehen, mal ganz unifarben. Danach bestimmt sich auch der Preis: Mit Aufdruck ist sie seltener und deshalb wertvoller. Allen Varianten bleibt eines gleich: Das Wissen darum, dass durch diesen Stoff einst der Meerwind gebraust ist, dass wenige Meter entfernt Wellen sich brachen und Fische sich unter der Oberfläche tummelten. Ein Blick auf die Tasche in der dicht gedrängten U-Bahn einer Metropole im Alltagsstress vermittelt ein Wissen um die Weite der Welt – darum, dass es ein Leben jenseits des Großstadtlebens gibt.
Der Erfolg der sogenannten Canvas-Taschen läßt sich auch erklären durch das gesamte assoziative Umfeld des Themas “Segelboot”. Segeln war von jeher ein elitärer Sport der Reichen und Schönen und symbolisiert heute immer noch ein Leben in Luxus und Sorglosigkeit. Die typisch maritimen Farben Weiß, Blau und Rot wecken weitere Assoziationen zu Marine und Königlicher Seefahrt, zu klarer Hierarchie, Ehrgeiz, Bildung und Ruhm und damit zu Werten, die sich der heutige Großstadtmensch schwer erkämpfen muss. Mit einem Blick auf seine Tasche ist er diesen Zielen zumindest gefühlsmäßig ein Stück näher gerückt.
Nicht zuletzt ist die Segeltuchtasche auch ganz einfach ein Accessoire, das Sportlichkeit ausdrückt. Mit der eindeutigen Symbolisierung des Segelsportes trägt sie in sich Assoziationen von Kraft, Mut und Fairness. Die Willensstärke des Seglers, sich mit den Urgewalten von Wind und Meer zu messen und sie zu bezwingen und dabei seine eigene Geschwindigkeit zu erzielen, ist eine Fähigkeit, der der Mensch in der Großstadt gerne nacheifern möchte. Dabei ist nur die sinnhafte Übertragung auf die Urgewalten von Straßenverkehr und Arbeitsstress vonnöten – für die Regatta in der Stadt.
